Sexuelle Lust und Selbstfürsorge gehören eng zusammen. Wenn du dir etwa Zeit für dich nimmst und ungestört in deinem eigenen Tempo herausfindest, was dir angenehm ist, geht es für diesen Moment ganz um dein eigenes Wohlbefinden. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sex oder Selbstbefriedigung fest in den Wochenplan gehören. Schließlich geht es um individuelle Bedürfnisse und nicht um ein bestimmtes Pensum.
Den Körper kennenlernen ohne ein festes Ziel
Allein lässt sich die eigene Lust erkunden, ohne sich auf die Erwartungen eines Gegenübers einstellen zu müssen. Ob du dabei deine Hände oder ein Sexspielzeug von Satisfyer nutzt, richtet sich nach deinen Vorlieben. Ein Orgasmus muss dabei nicht immer das Ziel sein. Es geht vor allem darum, dir Zeit für deinen Körper zu nehmen und deinen eigenen Wünschen und Vorlieben nachzugehen.
Am angenehmsten ist Selbstbefriedigung an einem ruhigen Ort ohne mögliche Störungen. Stell dein Handy auf lautlos und stelle so sicher, dass du nicht unterbrochen wirst. Lass dir Zeit und achte darauf, was sich heute gut anfühlst. Indem du auf diese Weise deine Vorlieben immer wieder aufs Neue besser kennenlernst, kannst du sie auch in einer Partnerschaft konkreter benennen.
Sexualität gehört zum eigenen Wohlbefinden
Die Weltgesundheitsorganisation WHO beschreibt sexuelle Gesundheit als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden im Zusammenhang mit Sexualität. Lust muss dabei nicht immer mit einer anderen Person geteilt werden. Die intimen Momente mit dir selbst, bei denen du nie das Gefühl hast, einer anderen Person gefallen oder deren Bedürfnisse berücksichtigen zu müssen, dürfen einen festen Platz in deinem Leben haben.
Die Frage, wie dein Körper aussieht, spielt in diesen Momenten keine Rolle. Stattdessen kannst du darauf achten, was dir angenehm ist, ohne zu bewerten. Viele Menschen bemerken erst dabei, welche Berührungen sie wirklich mögen. Selbstbefriedigung muss keinen Zweck erfüllen und braucht auch keine Bestätigung durch eine andere Person.
Keine Aufgabe aus der Auszeit machen
Selbstfürsorge kann problematisch werden, wenn dadurch neue Ansprüche an dich selbst entstehen. Das kann auch bei der Selbstbefriedigung der Fall sein. So ist zum Beispiel ein Orgasmus kein Nachweis dafür, dass du dich gut um dich gekümmert hast. Nach einem anstrengenden Tag musst du nicht durch Sex wieder entspannt sein. Statt dir eine feste Routine vorzunehmen, können die folgenden drei Fragen helfen:
- Habe ich gerade selbst Lust oder glaube ich, sie haben zu müssen?
- Kann ich aufhören, wenn es sich nicht gut anfühlt, ohne mir Vorwürfe zu machen?
- Würde mir heute Schlaf, ein Gespräch oder Ruhe eher guttun?
Deine Antworten auf diese Fragen dürfen von Tag zu Tag unterschiedlich ausfallen. Was dir gestern gutgetan hat, muss heute nicht das Richtige für dich sein.
Nähe braucht eine klare Absprache
In einer Partnerschaft ist der Wunsch nach Kuscheln nicht automatisch eine Einladung zu Sex. Wenn du nur Nähe möchtest, kannst du das genau so sagen. Ein Satz wie „Ich möchte bei dir liegen, aber heute keinen Sex“ lässt weniger Raum für Missverständnisse als die Hoffnung, dass die andere Person es schon merkt.
Deine Meinung darf sich auch während eines gemeinsamen Moments ändern. Diese Freiheit gilt selbstverständlich auch für dein Gegenüber. Dazu gehört es, dass Wünsche offen ausgesprochen werden dürfen und ein „Nein“ respektiert wird, ohne dass weitere Erklärungen gefordert werden.
Wenn Lust ausbleibt oder Beschwerden auftreten
Wenig oder keine Lust ist für sich genommen kein Auftrag, etwas an dir zu ändern. Es gibt auch keine feste Häufigkeit der Selbstbefriedigung, die du erreichen musst. Wenn dich eine Veränderung allerdings belastet, lohnt sich ein Gespräch in der gynäkologischen Praxis. Stress, bestimmte Medikamente oder hormonelle Veränderungen können das Verlangen beeinflussen.
Schmerzen beim Sex oder bei der Selbstbefriedigung solltest du ärztlich abklären lassen, statt sie zu übergehen. Für das Gespräch hilft es, möglichst konkret zu beschreiben, wann Beschwerden auftreten und seit wann sie bestehen. Auch neue Medikamente oder Veränderungen im Zyklus können zur Sprache kommen. Je genauer die Beobachtungen sind, desto gezielter lässt sich nach möglichen Ursachen suchen.












